Huhu ihrs,
also, ich bin für die letzten beiden Wochen echt dankbar, denn ich hab so viel Schönes erleben können und dabei alles andere völlig ausblenden können. Es waren die kleinen Erlebnisse, die es ausgemacht haben… Angefangen hat alles mit einem Restaurant-Besuch im Dromedar in Marburg. Das Dromedar ist ein afrikanisches Restaurant und Cocktailbar und ich kann jedem empfehlen dort hinzugehen und die Atmosphäre zu genießen und lecker zu essen. Da man in Afrika normalerweise mit den Fingern isst, haben wir das natürlich auch gemacht und haben vor und nach dem Essen heiße, feuchte Handtücher zum Händereinigen bekommen – das war so angenehm und die Haut war danach weich wie ein Babypopo…
Man isst alles mit einer Art säuerlichem Pfannkuchen, wo man sich immer ein Stück abreist und damit dann das eigentliche Essen fasst. Das war so cool, weil’s irgendwie mal was ganz Anderes war. Es hat jedenfalls super geschmeckt und die Portion war so riesig, dass ich am nächsten Tag noch ein Mittagessen hatte. Dazu gab’s eine Tansanisches Bier mit Mango-Flavour (ich kann mir vorstellen, dass sich bei Einigen jetzt die Gesichtsmuskeln zusammenziehen, aber es war sehr lecker) und anschließend den besten Cocktail meines bisherigen Lebens. Wow, der war echt der Knaller und wir haben auch getauscht und der jeweils andere Cocktail war genauso gut. Wer auf bezahlbare aber super leckere Cocktails steht, der sollte das unbedingt mal Ausprobieren.

Lady Dromedar (der Cocktail
)
Am nächsten Abend ging’s schon weiter, denn unsere Amerikaner aus der Jugend sollten am Montag darauf wieder nach Amerika fliegen und so gab’s eine Grill-Abschlussfeier, auf der ich leider viel zu kurz bleiben konnte… Wahnsinn, was man für einen Spaß zusammen haben kann. Da war zum Beispiel ein Haar in einer noch verschweißten Kartoffelsalatbüchse oder durchgeknallte Erdbeerbilder bis hin zu Handmalerein und SLACKING!!! Wer Slacking nicht kennt, der kann es sich einfach so vorstellen, dass ein Autospanngurt zwischen 2 Bäumen gespannt wird auf dem man dann dann balancieren, hüpfen oder sonstige akrobatische Dinge machen kann. Man sollte sich das allerdings nicht zu einfach vorstellen, denn allein das Gleichgewicht zu halten ist eine spannende Sache. Alleine hab ich es nicht mal annährend bis zu Hälfte geschafft, aber ich kann euch sagen, dass es irre viel Spaß gemacht hat.

Slacking
Am Sonntag dann das nächste Highlight, denn in der Jugend haben wir einen älteren Gast gehabt, der aus seinem Leben, seinen Erfahrungen und seinen Erinnerungen an den 2. Weltkrieg erzählt hat. Das war so spannend und einfach nur schön ihm zuzuhören aber auf der anderen Seite hat man auch Dinge erfahren, die einen echt aufhorchen ließen. Er hat den größten Teil seines Lebens in Marburg verbracht und somit auch den Krieg als 15-Jähriger in Marburg miterlebt. Die Martin-Luther-Schule hieß damals Adolf-Hitler-Schule oder die Gutenbergstraße war die Goebbelsstr. und Marburg fuhr noch eine Straßenbahn. Wie jeder Jugendliche musste auch er in die HJ, obwohl weder er noch sein Umfeld sich mit der Nazi-Ideologie identifizieren konnte – es war einfach ein MUSS, was er als Junge zu erfüllen hatte. Aber dennoch hatte er Glück gehabt, denn Marburg war nicht so stark betroffen wie andere Städte und er ist auch nicht eingezogen worden, da der Krieg noch rechtzeitig zu Ende war. Auch wenn er vom Kennenlernen seiner späteren Frau gesprochen hat, war es als würde man in eine andere Welt tauchen, denn der Heiratsantrag kam quasi vor allem anderen… Sehr lustige Geschichte. Er gab ihr Nachhilfe in Hebräisch und eines Tages meinte er: „Fräulein X, ich glaube das Gott uns zusammengeführt hat… Möchten Sie meine Frau werden!“… Haha, sehr cool, wenn man das heute so machen würde, würde man vermutlich noch nicht mal ernst genommen, aber damals war das einfach so. Auf jeden Fall sind sie immer noch glücklich verheiratet und dementsprechend hatte er ja wohl auch Recht gehabt. Ein Satz, den er noch sagte war:
„Nicht jedes Feuer brennt nach dem ersten Streichholz.“
Der ist irgendwie hängengeblieben ich finde das ein sehr schönes Bild, das definitiv einen wahren Kern hat!!
Die Nacht danach war ziemlich kurz, denn unsere Amis sollten am Mo-Morgen um 4.45 vom Südbahnhof abfahren und wir wollten sich überraschen und nochmal gebührend verabschieden. Der Wecker klingelte dann um halb 4 und auf dem Weg zum Treffpunkt ist mir erstmal aufgefallen wie still und friedlich Marburg um diese Uhrzeit ist. Die Blumen riechen intensiver und man hört allein das Vogelgezwitscher. Die Überraschung ist jedenfall gelungen und sie haben sich riesig gefreut, dass wir noch gekommen sind um „Goodbye“ zu sagen. Es war schon ein komisches Gefühl, als sie weg waren, aber ein umso schöneres Gefühl ihnen begegnet zu sein.

Die Crew
Danach konnte die Woche dann ihren gewohnten Gang gehen und ich habe unter anderem meine letzte Präsentation des Bachelor-Studiums mehr oder weniger erfolgreich hinter mich bringen können. Jetzt wird’s langsam wieder ernst, denn es stehen Master-Bewerbungen und vor allem meine B.A.-Arbeit an, aber ich bin trotzdem relativ ruhig und denke, dass es auch mit Gelassenheit klappen kann…
Achso ja, am Do auf dem Heimweg ins Hinterland bin ich ein paar lustigen Gestalten begegnet: einer Robbe, einem Elefanten und einem Löwen – hab mich fast gefühlt wie auf einer Safari…
Na ja, Wolkenbilder sind eben faszinierend und bei der Gewitterstimmung umso mehr…